Menschen im Sturm

Frieden im Sturm – wem hörst du wirklich zu?

Jürgen Ferrary
20. Januar 2026

Als die friedliche Revolution in der ehemaligen DDR begann, suchten mutige Menschen Schutz und Hoffnung in den Kirchen. Sie waren oft die einzigen Orte, an denen man wenigstens ansatzweise frei sprechen konnte. In Berlin spielte dabei die Gethsemanekirche im Prenzlauer Berg eine besondere Rolle.

Die Zeiten waren stürmisch. Die Zukunft ungewiss. Und bis heute prangt dort ein Satz von Jesus, der mich immer wieder tief berührt – gerade in Krisenzeiten: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Johannes 16,33).

Jesus verspricht uns kein problemloses Leben. Er verschweigt die Stürme nicht. Aber er verspricht Frieden mitten darin.

Stürme gehören zu unserem Leben. Solange wir auf dieser Erde sind, werden wir immer wieder mit Angst, Unsicherheit und Druck konfrontiert. Die Frage ist nicht, ob der Sturm kommt, sondern wie wir darin reagieren.

Mir hat die Geschichte von Paulus dabei sehr geholfen. In Apostelgeschichte 27 lesen wir von einem handfesten Sturm – mitten auf dem Meer. Paulus ist als Gefangener auf dem Weg nach Rom. Und bevor das Unwetter losbricht, warnt er eindringlich davor, weiterzufahren. Gott hatte ihn vorbereitet. Doch die Männer hören nicht auf ihn – und geraten genau deshalb in Lebensgefahr.

Drei Fehler springen ins Auge. Es sind dieselben Fehler, die auch wir heute immer wieder machen.

1. Wir hören auf den falschen Rat
„Der Hauptmann hörte mehr auf den Steuermann und den Schiffseigner als auf Paulus“ (Apg 27,11).
Der Experte klang überzeugender als der Mann Gottes. Doch geistliche Wahrheit kommt nicht immer von der lautesten Stimme. Wenn Gott zu dir spricht, dann wiegt sein Wort schwerer als jede Expertenmeinung.

2. Wir hören auf die Mehrheit
„Die Mehrheit war der Meinung, weiterzufahren“
 (Apg 27,12).
Mehrheit bedeutet nicht Wahrheit. Gruppendruck hat schon immer Menschen davon abgehalten, Gottes Weg zu gehen. Glaube braucht manchmal den Mut, allein zu stehen.

3. Wir verlassen uns auf günstige Umstände
„Als ein sanfter Südwind aufkam, meinten sie, ihr Ziel erreichen zu können“
 (Apg 27,13).
Gute Umstände sind kein Ersatz für Gottes Führung. Nicht jede offene Tür ist von Gott. Manche sehen stabil aus – tragen aber nicht.

Glaube bedeutet nicht, dass wir keine Stürme erleben. Glaube bedeutet, dass wir lernen, wem wir im Sturm zuhören. Gott schenkt Orientierung – auch dann, wenn alles andere dagegen spricht.

Kleine Herausforderung für heute: Lies heute die die Geschichte von Paulus in Apostelgeschichte 27. Stehst du gerade vor einer Entscheidung oder mitten in einem Sturm? Nimm dir heute bewusst Zeit und frage dich: Auf wen höre ich gerade wirklich – auf Gott, auf andere oder auf die Umstände? Bitte Gott um Klarheit. Und dann handle mutig nach dem, was er dir zeigt.

Gott ist nicht überrascht von deinem Sturm. Und er ist mitten darin bei dir.

Sei gesegnet.

„Nicht der Sturm entscheidet über dein Leben, sondern der Anker“ (unbekannt).

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